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Diversity Management – Ein Blick über den Tellerrand

„Diversity ist unser Erfolgsrezept“ – so lautet das Motto vieler erfolgreicher deutscher Unternehmen. Ob Geschlecht, Rasse, Nationalität, ethnische Herkunft, Religion, Weltanschauung, Behinderung, Alter oder sexuelle Orientierung ihrer Belegschaft, immer mehr Firmen setzen in diesen Bereichen auf Vielfalt als Garant für wirtschaftlichen Fortschritt und Nachhaltigkeit. Dies gilt aber nicht nur für Deutschland, denn auch in anderen Ländern ist das Thema „Diversity“ fester Bestandteil der Arbeitswelt.

Einmal über den Tellerrand geschaut: Wir wollen in dieser Rubrik neben einem deutschen auch ein österreichisches und französisches Unternehmen vorstellen, in denen Vielfalt, besonders im Hinblick auf kulturelle Unterschiede, eine große Rolle spielt.

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So kann Novartis, einer der führenden Pharmaproduzenten, -investoren und -exporteure Österreichs, als Pionier in Sachen „Diversity Management“ bezeichnet werden. Im Jahr 2006 unterzeichnete das Unternehmen als eines der Ersten die Charta der Vielfalt, eine Unternehmensinitiative zur Anerkennung und Förderung von Vielfalt am Arbeitsplatz, und zeigte damit, welch hohen Stellenwert die bunte Mischung seiner MitarbeiterInnen im Arbeitsalltag hat. Neben der Entwicklung konzernweit gültiger Grundsätze, einer Vision sowie einer Strategie zu „Diversity & Inclusion“ (D&I), wurde ein externer „D&I Advisory Council“ gegründet, der die Geschäftsleitung berät und mit Experten aus der Wirtschaft sowie von Hochschulen und Nichtregierungsorganisationen besetzt ist. Zudem werden regelmäßig Meetings und Workshops zum Thema Diversity abgehalten. Hinsichtlich der interkulturellen Fertigkeiten der Belegschaft gilt es, insbesondere AußendienstmitarbeiterInnen für kulturelle, religiöse und sprachliche Unterschiede von Kunden aus anderen Kulturkreisen zu sensibilisieren, um eine problemlose Aufklärung über die Wirkung von Medikamenten zu ermöglichen.

Auch beim bekannten französischen Kosmetik-Riesen L‘Oreal hat sich die Vielfalt der Mitarbeiter zum Kernwert des Erfolgskonzeptes entwickelt. Ebenfalls einer der Erstunterschreiber der Charta der Vielfalt, gilt das Unternehmen als eines der fortschrittlichsten im Hinblick auf die Begünstigung von „Diversity“ am Arbeitsplatz und wurde dafür 2004 bereits mit dem „Diversity Best Practices Global Leadership Award“ ausgezeichnet. Durch die Förderung der Individualität seiner Angestellten gelang es dem Kosmetikkonzern deren Kreativität zu steigern und somit den individuellen Wünschen der Kunden besser gerecht zu werden. So bietet das Unternehmen ein breites Angebot innovativer Kosmetikartikel für Menschen jeden Alters und unterschiedlicher Herkunft und Hautfarbe, wofür es 2006 erneut mit einem Preis, dem „World Diversity Leadership Council’s Corporate Diversity Innovation Award“ belohnt wurde. Neben dem Angebot von Integrationsprogrammen und Trainings zum Thema „Diversity“, setzt das Unternehmen außerdem auf Chancengleichheit im Bewerbungsprozess und nutzt dafür ein objektives Verfahren, in dem Bewerber nicht zu Geschlecht, Alter und Nationalität befragt werden.

In Deutschland hat BASF, ein großes Chemieunternehmen, in Hinblick auf Diversity Management die Nase weit vorn. Auch hier wird großen Wert auf die Diversität des Personals gelegt, mit dem Ziel, dessen Reichtum an unterschiedlichen Persönlichkeiten, Erfahrungen, Werten und Bildungshintergründen für die Geschäftswelt zu nutzen. Dadurch sollen die verschiedenen Märkte, in denen die Firma unterwegs ist, besser verstanden werden, um letztendlich noch stärker auf diese eingehen zu können. In Meetings, Wettbewerben, Trainings und Mentoring-Programmen sollen Mitarbeiter lernen, ihre Perspektive zu wechseln und sich in andere Menschen und Situationen hineinzuversetzen. Alle drei Jahre findet außerdem eine Befragung zum Thema Diversity statt, die den Führungskräften Anhaltspunkte liefert, wo Verbesserungsbedarf besteht. Zudem bietet das Unternehmen Workshops, sogenannte „D+I Engagements“, an. In diesen werden für die unterschiedlichen Unternehmensbereiche Handlungsfelder im Bezug auf Vielfalt und Wertschätzung erarbeitet. Als Führungskraft in einem internationalen Unternehmen steht für viele insbesondere die Aufgabe im Mittelpunkt, dafür zu sorgen, dass sich Beschäftigte aus verschiedenen Nationen wohlfühlen.

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1. Ausgabe des Magazins „Plattform – Das Magazin für die interkulturelle Wirtschaft ist erschienen

Die erste Ausgabe der [Plattform] – Das Magazin für die interkulturelle Wirtschaft ist erschienen.

Zukünftig werden wir alle drei bis vier Monate ein aktuelles Thema aus dem interkulturellen Bereich anhand von Experteninterviews und kurzen Beiträgen aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten. [Plattform] soll dabei als Bühne für Austausch, neue Entwicklungen und Best-Practice-Beispiele dienen und Ausblick auf neue Perspektiven und Handlungsansätze zum jeweiligen Thema bieten.

In jeder Ausgabe wird es in der Rubrik „Plattform-Thema“ einen Artikel geben, den wir zur Diskussion stellen. Im Blog haben Sie die Möglichkeit, sich zu diesem Thema mit anderen Interessierten und uns auszutauschen.

Weiterhin stellen wir Ihnen zu jedem Thema Wissenswertes in der Rubrik „Wussten Sie schon…“ sowie Lesetipps vor. Diese können Sie ebenso wie aktuelle interkulturelle Termine in der Vollversion der [Plattform] nachlesen.

Die vollständige [Plattform] können Sie hier herunterladen: Plattform – Ausgabe 01

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